12 måneder i Danmark - Mit dem EFD für 12 Monate in Dänemark

“Hvo intet vover intet vinder!” ist dänisch und bedeutet “Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!”. Meiner Meinung nach sehr passend für Leute, die beschließen eine längere Zeit im Ausland zu verbringen. Zugegeben Dänemark klingt jetzt nicht so unglaublich abenteuerlich wie beispielsweise China, Ecuador oder Südafrika, aber dennoch ist es ein anderes Land mit einer anderen Sprache, einer anderen Kultur und anderen Menschen!

Nun habe ich bereits sechs Monate - also die Hälfte - meines Europäischen Freiwilligendienstes hinter mir und kann schon jetzt sagen, dass ich sehr glücklich bin, hierhergekommen zu sein. In meinem Projekt wurde ich herzlich und mit offenen Armen empfangen. Mein Projekt, das ist die Højskole in Snoghøj, einem kleinen Vorort von Fredericia, von dem die beiden Brücken über das Lillebælt nach Fyn führen. Eine davon kann ich sogar bewundern, wenn ich aus meinem Zimmerfenster schaue.

Eine sogenannte Højskole ist eine für Dänemark sehr typische Schulform. Hier wird nicht nur zur Schule gegangen, sondern auch gelebt. Die Schüler wohnen hier in eigenen Zimmern und kümmern sich ebenfalls um Essen und die Instandhaltung der Schule. Besucht wird eine Højskole zumeist von jungen Erwachsene, die bereits einen Schulabschluss haben, sich aber gerne freiwillig in bestimmten Bereichen weiter bilden wollen. Diese Bereiche können fast alles Mögliche sein. Es gibt beispielsweise Højskolen für Architektur, Film, Gymnastik, Kunst, und vieles mehr.

Meine Højskole bietet unter anderem die Vorbereitung auf eine Karriere als Musicalperformer an. Die Schüler werden in Gesang, Tanz und Schauspiel unterrichtet, sodass sie am Ende möglichst gut vorbereitet sind um an Auditions von dänischen, aber auch ausländischen Musicalakademien und Schauspielschulen teilzunehmen und im besten Falle aufgenommen zu werden.

Darüber hinaus werden ebenfalls internationale Schüler in dänischer und englischer Sprache, sowie in europäischer und natürlich besonders dänischer Kultur unterrichtet. In den Winter- beziehungsweise Sommermonaten, wo Ferien im normalen Schulbetrieb herrschen, finden Familienkurse statt. Unter verschiedenen Mottos, wie zum Beispiel Piraten, Zirkus oder Wilder Westen, wird hier für Jung und Alt eine Woche voller Spaß geboten.

Meine Arbeit besteht im Wesentlichen darin, das tägliche Leben an der Schule zu dokumentieren. Dies geschieht zumeist in Form von Film und Foto und wird dann auf der Website der Schule, auf der Facebookseite und ebenfalls auf dem Volunteerblog veröffentlicht. Außerdem erstelle ich in kleinem Stil Werbekampagnen, die die Schule und ihre Aktionen promoten sollen. Hilfe bekomme ich dabei von einer Mitfreiwilligen aus Spanien, die ebenfalls hier ihren Europäischen Freiwilligendienst leistet. Wir erledigen aber auch normale Büroarbeit oder helfen hier und da mit, wo es eben gerade etwas zu tun gibt. Manchmal kann die Arbeit sehr eintönig werden, aber dafür wird man immer wieder mit tollen Aufführungen der Musicalschüler entlohnt oder kann an sehr schönen Aktionen der gesamten Schule teilnehmen!

Insgesamt fühle ich mich sehr gut eingebunden in das hier stattfindende Leben. An der Schule kann ich schon einige Schüler und Mitarbeiter meine Freunde nennen, mit denen ich auch gerne meine Freizeit gestalte. Sowas wie einen Kulturschock werde ich hier wohl nicht erleben. Vielleicht liegt Dänemark dazu eben doch zu nahe ;-)

Mit Experiment e.V. hatte ich nach meiner Ankunft sehr wenig Kontakt, was aber darauf zurückzuführen ist, dass es hier einfach sehr gut läuft und ich auch sehr gut vorbereitet wurde. Trotzdem weiß ich, dass ich mich jederzeit an sie wenden und Hilfe von ihnen erwarten kann. Vielen Dank dafür Experiment e.V.!

Ich schaue sehr gespannt und mit viel Freude den nächsten 6 Monaten entgegen und kann nur jedem empfehlen einen Freiwilligendienst zu absolvieren!

Jan

website: http://snoghoj.dk
blog: http://hojskolensnoghoj.wordpress.com