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Laura Krause

Interview mit Kuratoriumsmitglied Laura Kristine Krause

Laura, Du bist das neue Mitglied im Kuratorium von Experiment e.V. Wann bist Du zum ersten Mal mit Experiment e.V. in Kontakt gekommen und was verbindet Dich mit dem Verein?

Ich bin ursprünglich als Teilnehmerin zu Experiment e.V. gekommen. Ich war 2001/2002 für 10 Monate mit dem IHSP in den USA, danach war ich fast zwölf Jahre lang ehrenamtlich im Verein Ich war passionierte Teamerin, Auswählerin, Trainerin und zwei Jahre Mitglied im Beirat. Experiment war für mich ein ganz wichtiger Lernort und ich freue mich, dem Verein nun im Kuratorium etwas zurückgeben zu können.

 

Als deutsche Geschäftsführerin der „More in Common“-Initiative wurdest Du im letzten Jahr unter die „40 unter 40“ gewählt, die Talente aus Wissenschaft, Verbänden, Kultur, Sport und Initiativen kürt – eine großartige Leistung! Das Ziel von More in Common ist es, in einer diversen Welt offene und inklusivere Gesellschaften zu errichten. Wie erlebst Du die aktuelle Weltpolitik und wo siehst Du Ansatzpunkte für interkulturellen Austausch?

Ich glaube, dass wir in einer Zeit großer Veränderungen leben. Große Trends wie Globalisierung, Digitalisierung und auch Migration verunsichern viele Menschen und der gesellschaftliche Zusammenhalt steht heute unter einem deutlich größeren Druck als früher. Gerade jetzt ist es wichtig, dass wir uns nicht zurückziehen, sondern voneinander lernen und eine Offenheit für Neues und Unbekanntes bewahren. Interkultureller Austausch macht all das erlebbar und persönlich – das hat eine nicht zu unterschätzende Kraft für gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Kannst Du uns von einer besonders außergewöhnlichen oder lustigen interkulturellen Begegnung erzählen, die Du im Laufe Deines Lebens gemacht hast?

Ich arbeite bei More in Common das erste Mal in einem interkulturellen Umfeld – im Team haben wir Kolleginnen und Kollegen aus sieben verschiedenen Ländern. Gerade weil wir am Thema Zusammenhalt arbeiten ist es auch eine besonders schöne Herausforderung, auch unter den Kolleginnen und Kollegen die interkulturellen Unterschiede zu überbrücken. Dabei geht es auch oft lustig zu, ich habe zum Beispiel innerhalb Deutschlands noch nie soviel Wertschätzung für das Einhalten einer Deadline bekommen wie von meinen ausländischen Kolleginnen und Kollegen.

Wie siehst Du Deine Rolle im Kuratorium von Experiment e.V.? Wie möchtest Du Deine eigenen Erfahrungen als Kuratorin von Experiment e.V. einbringen? Und was erwartest Du im Gegenzug von uns?

Mir ist es wichtig im Kuratorium vor allem die Themen Ehrenamt und gesellschaftliche Rolle von Experiment zu stärken. Ich kenne die deutsche Zivilgesellschaft heute deutlich besser als zu meinen aktiven Zeiten und ich weiß viel mehr zu schätzen, wie besonders die vielen Ehrenamtlichen und ihre große Loyalität zum Verein bei Experiment sind. Ich möchte, dass sich der Verein das unbedingt bewahrt und dabei auch versucht die Gesellschaft bestmöglich abzubilden. Da freue ich mich auf ein offenes Ohr für Ideen und gewohnt konstruktive Diskussionen.

Experiment e.V. blickt auf über 85 Jahre Erfahrung zurück. Wo siehst Du den Verein in der Zukunft?

Das bedeutet ja fast, dass der 100. Geburtstag bald greifbar wird, oder? Da freue ich mich erstmal auf eine wirklich große Sause. Ich wünsche dem Verein, dass er weiterhin das Besondere schafft, wie ich das zumindest beobachtet habe: Sich die Seele und Werte des Vereins zu bewahren und dennoch mit der Zeit zu gehen und sich weiterzuentwickeln. Dies ist wirklich ein besonderer Ort und ich wünsche mir, dass das so bleibt.