GASTFAMILIEN-BLOG - Gastmutter Martina (1)

Mehrere Gastfamilien berichten auf unserem Gastfamilien-Blog von ihrem Alltag mit Gastkind. Gastmutter Martina und ihre Familie haben Emma aus den USA aufgenommen. Emma ist Stipendiatin des Parlamentarischen Patenschafts-Programms, einem gemeinsamen Stipendienprogramm des Deutschen Bundestages und Kongresses der USA. Sie verbrachte vier Wochen bei einem Orientierungsseminar mit Sprachkurs in Bad Laasphe (zum Tagebuch aus Bad Laasphe).

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Die Familie von Gastmutter Martina mit Gasttochter Emma aus den USA

Als wir am Samstag auf Schloss Wittgenstein ankamen, standen jede Menge Jugendliche im Eingangsbereich. Manche umarmten sich, andere machten Gruppenfotos oder nahmen Selfies auf und nicht wenige weinten. Von den 49 Amerikanerinnen und Amerikanern, die die letzten vier Wochen gemeinsam im Sprachcamp verbracht hatten, fuhren 25 per Bahn zu ihren Gastfamilien, da diese zu weit entfernt von Bad Laasphe wohnten, um die Jugendlichen abzuholen.Mitten im Gewimmel erkannten wir Emma. Ja mit etwas mehr als 1,70 m ragte sie deutlich unter den anderen Mädchen heraus. Ob sie uns wohl auch erkennen würde? Das tat sie! Wir waren kaum aus

dem Auto ausgestiegen, da rannte sie auf uns zu. Als erstes lagen Emma und ich uns vor Freude weinend in den Armen. Als hätten wir uns nach langer Zeit wieder getroffen. Dann kam Frank an die Reihe, als nächste Jonathan und Julian und dann wieder ich. „Eigentlich sollten wir uns noch gar nicht unterhalten, ihr müsst zuerst zum Gastseminar“, vertraute sie uns an. Trotzdem fanden wir alle fünf ist schön, dass wir uns sofort gefunden hatten. „Die ist ja total nett“, war das einhellige Urteil.

In Gastfamilienseminar lernten wir einige andere Familien kennen. Die Teamer von Experiment hatten auf den Fußboden deutsche Städtenamen geklebt. Die Familien versammelten sich dann nach ihrer Heimatstadt. Wir stellten ganz beglückt fest, dass in Bad Soden Allendorf eine weitere Gastfamilie wohnt, die eine amerikanische Gasttochter aufgenommen hatte. Damit war die Chance gegeben, sich mit der Familie zu treffen. Emma und das amerikanische Mädchen würden die Möglichkeit haben, sich über das Leben in Deutschland auszutauschen. Und das im wahren Leben, nicht nur virtuell am Smartphone. Mal sehen, ob und wann wir es schaffen.

Vorher war Emma so clever, an ein  erstes Familienfoto zu denken. Von links: Jonathan, Emma, Frank, Martina und Julian.

Fast zweieinhalb Stunden dauerte das Seminar, in dem es viele gute Anregungen gab und alle über ihre Erwartungen und Hoffnungen sprachen. Dann wurde es Zeit: die Gastschülerin und Gastschüler warten vor der Tür, um sich endlich mit ihren Familien zu vereinen. Was war das für ein Hallo! Emma war sofort wieder bei uns und wieder fielen wir uns in die Arme.

Nach dem Mittagessen musste dann schon wieder Abschied genommen werden. Von den neugewonnenen Freunden und Freundinnen, von den Teamern. Ich bin nah am Wasser gebaut und hatte immer wieder Tränen in den Augen. Schließlich war es aber soweit, dass wir losfahren konnten: auf ging es in ein Jahr zu fünft!