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exqueeriment-Comics: Das Interview zu Tom's Geschichte

Wir haben einem Comic-Paar (Erzähler und Zeichnerin) ein paar Fragen gestellt zur Entstehung des Comics „Toms Prom“. Hier sind die Antworten!

Wieso wolltest du deine Geschichte teilen?
Weil meine Geschichte extrem normal und doch wirkungsvoll ist im Gefühl, das sie mir damals gab. Auch wollte ich zeigen, dass man als Teenager manchmal noch auf der Suche ist nach der Person, die man sein will – und das ist auch total normal. Dennoch können kleine Erfahrungen wie diese die persönliche Entwicklung unterstützen und bestärken.

Hätte es dir geholfen, vor deiner Erfahrung so eine Geschichte zu hören?
Absolut. Unter Teenagern besteht oft ein enormer Druck, eine gewisse Rolle einzunehmen oder gewissen Erwartungen gerecht zu werden. Oft ist das sehr subtil und man merkt es selbst kaum. Im Ausland kommt dann noch die kulturelle Komponente dazu, die man als Austauschschüler erst verstehen lernen muss. Unsere Comics wollen zeigen, dass es eine Vielzahl von Erfahrungen gibt, die oft weniger Aufmerksamkeit bekommen, aber ebenso wichtig und wertvoll sind wie die Standarderzählungen, die man öfter hört oder liest.

Wie war es für dich, deine Geschichte zu teilen?
Nur wenn man seine eigenen Erfahrungen annimmt und (bildlich) teilt können die eigenen Erlebnisse und Schlüsse, die man daraus zieht, einen Mehrwert für andere darstellen und ihnen Selbstvertrauen geben. Ein Auslandsaufenthalt während oder nach der Schulzeit ist eine enorm prägende Erfahrung für das ganze Leben. Deswegen ist es mit so wichtig, dass wir von exqueeriment interessierten Teilnehmenden das Gefühl geben, bei Experiment e.V. sicher zu sein und verstanden zu werden – ganz egal wer sie sind, woher sie kommen oder was sie auszeichnet. Kulturaustausch steht für mich genau für diese Pluralität nicht nur in Bezug auf Sprache oder Nationalität, sondern auch hinsichtlich vielfältiger Lebensgeschichten und Persönlichkeiten. Diesen wollen wir mit unseren Geschichten eine Plattform geben.

Wie gefällt dir das Ergebnis?
Sehr gut! Vor allem war es eine gute Möglichkeit, nochmal über meine eigenen Erfahrungen zu reflektieren und mit Merit als Zeichnerin darüber ins Gespräch zu kommen, wie sich meine persönlichen Erfahrungen am besten bildlich darstellen und vermitteln lassen.

 


 

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Comic Merit

Wer bist du?
Ich bin Merit, ich bin Teil von exqueeriment und habe Toms Geschichte aus seinem Auslandsjahr als Comic gezeichnet.

Warum hast du dich bereiterklärt, den Comic zu zeichnen?
Ich habe in der zweiten Welle der Pandemie mit dem digitalen Zeichnen begonnen, anfänglich hauptsächlich Schriftdesign. Dann wollte ich im Rahmen meiner Tätigkeit bei exqueerimenth mal etwas anderes ausprobieren und habe mich dazu bereiterklärt, Toms Geschichte zu zeichnen.

Warum wolltest du diese Geschichte zeichnen?
Tom und ich kennen uns schon länger über exqueeriment und Experiment e.V. Er ist ein toller Mensch und ich mag ihn sehr gerne, daher habe ich es als große Ehre empfunden, seine Geschichte aus dem Auslandsjahr zu verbildlichen.

Wieso hast du die Situation so gezeichnet?
Tom hat mir tatsächlich schon recht genau vorgegeben, wie er sich den Comic vorstellen würde. Dies konnte ich fast 1:1 so umsetzen. Im Entstehungsprozess des Comics hatten wir auch regelmäßig Kontakt, weil es mir sehr wichtig war, dass Tom mit dem Ergebnis genauso zufrieden ist wie ich. Mir bedeutet es besonders viel, dass er mit der Wortwahl des Comics übereinstimmt, weil ich Sprache und explizit Labels als wichtigen Teil des Selbstbestimmungsprozesses empfinde.

Konntest du dich gut in die Situation versetzen?
Ich denke, dass Toms Prom eine Geschichte ist, in die sich alle Jugendlichen, die eine Auslandserfahrung planen, gerade erleben oder schon hinter sich haben, gut hineinversetzen können. Ich habe Tom aber auch gebeten, mir die Stimmung an der Schule, in seinem Austausch und mit seinen Mitschüler*innen genau zu erläutern, um mich besser in die Situation hineinversetzen zu können.

Was wünscht du dir für deinen Comic?
Ich finde, dass es unser Comic geworden ist, nicht meiner. Ich habe gezeichnet und Tom hat seine ganz persönliche Geschichte gespendet. Für unseren Comic hoffe ich, dass er Jugendlichen, aber auch älteren Menschen, die sich im Coming-Out befinden, Mut gibt, zu sich selbst zu stehen.