Betreuerinnen-Blog - Betreuerin Julitta (8)

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Julitta, die Autorin des Betreuerinnen-Blogs

"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne". Mit diesem Satz von Hermann Hesse lässt es sich gut ins neue Jahr starten. Wenn man auf so ein vergangenes Experiment-Jahr zurückblickt, ist es fast so, als ob auch ein gewisser Zauber über dem vergangenen Jahr liegt. 

Da gab es viele erfreuliche und natürlich auch unerfreuliche Momente. Letztendlich sind es aber die engagierten Gastfamilien, die neugierigen Schüler, die sehr an der deutschen Kultur interessierten Studenten und Deutschlehrer und nicht zuletzt die tolle Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle, die auch 2018 mein Betreuerjahr bereichert haben. Ein herzliches Dankeschön an Euch alle!

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Die Gastfamilien und Gäste feiern zusammen das Jahresmotto "Wir sind bunt."

Gastschüler erleben deutsche Adventstraditionen

Die Adventszeit und Weihnachten in Deutschland zu erleben ist für viele unserer ausländischen Schüler ein ganz besonderes Erlebnis. Das konnte ich im Dezember bei einem Besuch mit Alice, Hanan und Joe auf dem Heidelberger Weihnachtsmarkt spüren. Weihnachtsmärkte sind wie auch der Adventskalender und der Adventskranz in Italien und den USA nicht so verbreitet. So genießen die Drei diese Zeit sehr und auch die Gastfamilien scheinen Spaß daran zu haben ihre "Kinder auf  Zeit" mit Adventskalendern, Nikoläusen und Weihnachtsplätzchen zu verwöhnen. Den Dank dafür bekommen sie am "Heiligen Abend", denn die Schüler haben sich einiges an Geschenken für ihre Gasteltern und Gastgeschwister einfallen lassen. Der gemeinsame Nachmittag in Heidelberg  ist auch eine gute Gelegenheit, sich bei einem heißen Punsch und leider auch leichtem Nieselregen über das Schulleben und den Alltag in Deutschland auszutauschen. Dabei wird durchaus mal die Muttersprache benutzt. Besonders die beiden Italienerinnen scheinen dies zu genießen.

Gastfamilientreffen mit internationalen Spezialitäten

In der Vorweihnachtszeit geht es auch alljährlich bei der Abteilung "Gastfamilien- und Gruppenprogramme" noch mal richtig zur Sache, denn ca. 120 Studenten haben sich 2018 für das FAS-Weihnachtsprogramm angemeldet – ein neuer Rekord. Ende November verschicke ich diesbezüglich ein paar Pressemitteilungen an verschiedene Zeitungen und tatsächlich melden sich 3 Familien, von denen eine bereits mehrere Teilnehmer von "Experiment" aufgenommen hatte. Das schreit doch regelrecht nach einem Gastfamilientreffen, denke ich spontan und in meinem Kopf beginnt es bereits zu rattern. Bei den Gastfamiliengesprächen fühle ich schon mal vor, ob hier überhaupt Interesse besteht, was erfreulicherweise der Fall ist. Da einer der Studenten bereits am 1. Januar wieder abreist, bleibt nicht viel Zeit und die Wahl fällt auf den 30. Dezember. Einen geeigneten Raum kann ich bei unserer Gemeinde mieten, welcher so viel Platz bietet, dass ich mich kurzerhand dazu entschließe, auch die Langzeitfamilien im näheren Umkreis mit einzuladen. Bei 6 Familien mit 4 unterschiedlichen Nationen bietet es sich an, die Schüler und Studenten etwas aus ihrer Heimat zubereiten zu lassen, was von allen sehr gut angenommen wird. So haben uns Guoxu und Zhengmao aus China ein paar chinesische Spezialitäten gezaubert, Phuc aus Vietnam Frühlingsrollen vor Ort gebacken, Alice und Hanan mit Tiramisu und italienischem Crostata für den Nachtisch gesorgt und Joe verwöhnte uns mit Brownies und Tacco-Chips. Natürlich durften auch die deutschen Köstlichkeiten nicht fehlen. Gefüllte Eier, diverse Brötchen und Laugengebäck von den deutschen Familien harmonierten wunderbar zu den internationalen Speisen. Beim gemeinsamen Essen und auch danach gab es viele nette Gespräche der Familien untereinander und auch die Schüler und Studenten konnten ihre Weihnachtserfahrungen austauschen. Mit dabei ist auch unser ehemaliger Gastsohn Juan Andrés aus Ecuador, der die Weihnachtsfeiertage bei uns verbracht hat. Es ist wirklich schön zu erleben wie harmonisch verschiedene Kulturen und Religionen gemeinsam dieses traditionelle, christliche Fest feiern können. Falls es sowas wie Weihnachtsfrieden gibt, dann war er an diesem Abend zu spüren. Wunderbar passt hierzu auch das neue Jahresmotto "Wir sind bunt", welches wir gleich auf einem Gruppenfoto präsentieren konnten.

So ein gelungenes Gastfamilientreffen motiviert unheimlich für das neue Jahr. Ich hoffe, es wird tatsächlich ein bunter Reigen aus vielen netten Begegnungen und Erfahrungen.