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Allgemeine Informationen zu Togo |
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Die Republik Togo in Westafrika, ehemals „Französisch Togo“, ist mit einer Fläche von 56.785 km² eines der kleineren afrikanischen Länder (etwa zweimal so groß wie Hessen). Der Einsatzort des Programms ist Kpalimé, mit 50.000 Einwohnern viert größte Stadt des Landes, ca. 120 km nördlich von Lomé. Togos natürliche Ressourcen bestehen im Wesentlichen aus Kaffee, Phosphaten, Kakao, Baumwolle, Palmfrüchten, Yambs und Maniok. So kann Togo sich mit Grundnahrungsmitteln im Prinzip selbst versorgen bzw. teilweise auch exportieren. Allerdings ist Togo gleichzeitig gezwungen, zahlreiche Nahrungsmittel einzuführen. Während das kleine Land zu den größten Phosphatlieferanten der Welt zählt, müssen Erdöl, Maschinenteile, Konsumgüter und chemische Erzeugnisse jedoch importiert werden.
Klima
Das von Regen- bzw. Trockenzeiten bestimmte Klima ist subtropisch, was hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit bedeutet. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt an der Küste bei 27°C, im Norden bei 30°C. Im Süden dauern die beiden Regenzeiten von April bis Juni und von September bis November. In der Mitte und im Norden findet eine Regenzeit von Mai bis Oktober statt, die fast ganz allein den Jahresniederschlag von bis zu 1.300 mm enthält.
Bevölkerung
In Togo leben etwa 5 Mio. Menschen. Die Kultur ist sehr gemischt, da es einerseits keine Staatsreligion gibt, jedoch etwa 45 Ethnien, die häufig von eigenen Religionen oder vom Christentum, bzw. dem Islam geprägt sind. Die verschiedenen Volksstämme (die alle eigene Sprachen besitzen!!) sind meistens aber nur noch sehr gering vertreten. Man nennt daher meist nur die drei größten Gruppen, deren Sprachen neben der Amtssprache Französisch ebenfalls häufig gesprochen werden:
Para-Gourma, Kabye-tem und Adja-Ewe.
Der Volksstamm der Ewe bewohnt vor allem die südlichen Küstengebiete. Ewe gelten als sehr humorvoll und freundlich und trotz ihrer Zugehörigkeit zum Christentum als sehr traditionell.
Die offizielle Sprache ist Französisch, aber in dem Gebiet um Kpalimé, wo sich die Freiwilligen aufhalten werden, wird auch Ewe gesprochen und das Teilnehmerprogramm enthält sogar einen Ewe-Sprachkurs!! Ein realistisches Bild: Die Probleme – und wie wir helfen können Obwohl Togo ohne Zweifel ein wundervolles Land mit einer aufregenden, freundlichen Bevölkerung ist, so ist diese auch durch ihre Armut geprägt. Auf Grund der einst stark angestiegenen Nachfrage nach Brennholz ist im Norden Togos die Abholzungsrate erheblich gestiegen und hat zur Ausbreitung der Wüste sowie zum Sterben einiger Tierarten geführt. Aber vor allem die medizinische Versorgung ist für die meisten Menschen mehr als schlecht, denn auf einen Arzt kommen durchschnittlich 12.229 Patienten – zum Vergleich: in Deutschland sind es nur 298. Die Geburtenrate in Togo liegt mit 44,5 je 1000 Menschen beim doppelten Wert des Weltdurchschnitts, in Deutschland mit 9,4 unter der Hälfte. Die Kindersterblichkeit beträgt in Deutschland 0,5%, in Togo aber liegt sie bei 8,4%. Der Bedarf an medizinischer Hilfe ist also sehr hoch, daher können die Teilnehmer u.a. in Bereichen des Gesundheitswesens arbeiten und die Hygienelage verbessern helfen. Die Schulbildung für Kinder von 6 bis 11 Jahre ist in den Städten recht gut entwickelt, doch auf dem Lande gibt es noch immer 60% Analphabeten! So ist also auch ein Einsatz der Teilnehmer im Schul- und Kindererziehungswesen sehr hilfreich. Ferner beträgt das BSP pro Kopf in Togo nur 340 US$ - in Deutschland 28.000 US$! Da ist es verständlich, dass in Togo Dinge, die uns selbstverständlich erscheinen, als wahre Luxusgüter gelten. So besitzen z.B. von 1000 Einwohnern lediglich 8 ein Telefon! Doch wie diese Menschen trotz der spärlich verfügbaren Mittel zurecht kommen, oft sehr fröhlich und so naturgebunden sind, dürfte ein überwältigendes Erlebnis für die Teilnehmer sein.
Das Land wurde 36 Jahre lang von Staatspräsident Gnassingbe Eyadema regiert. Um die Zustimmung Eyademas zum Demokratisierungsprozess zu erzwingen, stellten die USA und die EG 1992 sämtliche Finanzhilfen ein. Bis zu diesem Zeitpunkt mit Entwicklungshilfegeldern finan¬zierte Hilfsprogramme zur Alphabeti¬sie¬rung, Familienplanung, Aids-Sensibilisierung oder Pro¬gramme zur Verringerung der Säuglings- und Müttersterblichkeit mussten daraufhin eingestellt werden. Infolge der Wiederwahl Eyademas 1998 wurden die bereits bestehenden Sanktionen seitens der USA und der EU erneut verschärft, internationale Hilfsorganisationen zogen sich aus Togo zu¬rück. Eine kurzfristig von einem Einheitsparlament beschlossene Verfassungsänderung ermöglich¬te es dem Staatschef, bei den am 01. Juni 2003 durchgeführten Präsidentschaftswahlen erneut zu kandidieren - er wurde also zum dritten Mal wieder gewählt. Am 05.02.2005 starb Staatspräsident Gnassingbé Eyadema. Unmittelbar nach seinem Tod putschte sich der Sohn Eyademas, Faure, an die Macht und übernahm, der Tradition seines Vaters folgend, die Regierungsgeschäfte. Auf massiven Druck der EU und der Afrikanischen Union beraumte Faure nach einigen Wochen jedoch Wahlen an. Aus diesen ging er erwartungsgemäß als Sieger hervor und regiert seither das Land. Nachdem es im Umfeld der Wahlen im Frühjahr 2005 zu erheblichen Unruhen, Ausschreitungen und Verfolgungen kam, hat sich die politische Lage seit etwa Juli/August wieder beruhigt. Gegenwärtig ist keine Gefährdungssituation zu verzeichnen, die soziale und politische Lage zeigt sich ruhig und stabil.
Diese Entwicklungen verdeutlichen, dass ein politischer Wandel bzw. eine Verbesserung der Lebenssituation der togolesischen Bevölkerung in naher Zukunft nicht zu erwarten ist.
Ohne die finanzielle Unterstützung des Auslands ist die togolesische Bevölkerung dringend auf die Basisarbeit und die unbürokratische Hilfe von Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) angewie¬sen. Auch diese erhalten jedoch keinerlei Unterstützung von staatlicher Seite; auf ausländische Gelder kann, wie beschrieben, nur rudimentär zurückgegriffen werden. Unser Partner in Togo Campagne des Hommes (CdH) ist eine unabhängige, überkonfessionelle Nicht-Regierungsorganisation, die 1993 auf private Initiative hin gegründet und 1996 als gemeinnützige, nicht-gewinnorientiert arbeitende Organisa¬tion nach den internationalen Statuten bzw. dem Dekret 92-130/PMRT anerkannt wurde. Der Sitz der eher kleinen und niedrigschwellig arbeitenden Organisation befindet sich in Kpalimé. Ihr Wirkungsbereich erstreckt sich auf die Region Grand Kloto. Hauptanliegen der Organisation ist die Bekämpfung der Armut. Zur Förderung des sozialen Wohlstands und zur Verbesserung der Lebensbedingungen der sozial benachteiligten Bevölkerung in Togo entwickelt, unterhält und fördert CdH Klein-Projekte in verschiedenen Bereichen. Wie alle NGOs erhält auch Campagne des Hommes keinerlei finanzielle Unterstützung durch den Staat. Eine Finanzierung der Projekte durch anderweitige Entwicklungshilfe-Fonds ist ebenfalls nicht möglich, so dass CdH seine Arbeit überwiegend durch den Empfang von Freiwilligen finanziert. Diese Einnahmen dienen der Förderung und Weiterentwicklung der laufenden Projekte, wie z. B. dem Bau einer Krankenstation in Agrippa, einem Wiederauf¬fors¬tungs¬programm in Kpadapé oder dem Projekt Serum Anti-Venimeux (SAV), das Opfern von Schlangenbissen sofortige Hilfe leistet.
Sicherheit
Die Sicherheitslage ist gegenwärtig stabil. Die Kriminalität im Großraum Lomé hat zugenommen. Neben Taschendiebstählen, insbesondere in Marktnähe, kommt es hier verstärkt zu Autodiebstählen ("car¬jacking") und Überfällen. Dringend gemieden werden sollte daher der Strand von Lomé (hier haben die meisten dieser Übergriffe stattgefunden). Reisen sollten nach Einbruch der Dunkelheit nicht angetreten bzw. fortgesetzt werden. Ferner wird geraten, bei Kontrollposten - nach vorhergehender Aufforderung - anzuhalten und Pass- und andere Kontrollen zuzulassen. Für diese Sicherheitskontrollen des Militärs ist der Pass oder eine Passkopie mit sich zu führen. Bei einem Unfall, unabhängig davon, ob man ihn verursacht hat oder nicht, empfiehlt es sich, nicht anzuhalten, sondern das nächste Polizeirevier anzufahren. Von Spaziergängen im Dunkeln sowie am Strand wird dringend abgeraten. Die Stadt Kpalimé, in der das Programm stattfindet, ist – in Bezug auf die allgemeine Sicherheitslage in Entwicklungsländern - zurzeit sicher. Falls Sie Ausflüge alleine oder in kleinen Gruppen planen, die nicht von unserer Partnerorganisation angeboten oder organisiert werden, raten wir Ihnen dringend, sich zuvor bei Campagne des Hommes über die Lage und ein eventuelles Sicherheitsrisiko zu erkundigen. (Die Einreise- und Sicherheitshinweise beruhen im Wesentlichen auf den zum Erscheinungstermin verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Gesetzliche Vorschriften eines Landes können sich ändern, ohne dass Experiment e.V. und / oder das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet werden. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine
Visum
Für den Aufenthalt in Togo ist ein Touristenvisum notwendig. Es ist ratsam, das Visum rechtzeitig zu beantragen, da die Wartezeiten variieren und es nicht sicher ist, ob Sie ohne Visum in Togo bleiben können, bzw. wie lange die Erstellung eines Visums vor Ort dauern würde. Das Visum in Deutschland wird zunächst für 3 Monate ausgestellt und muss ggf. vor Ort verlängert werden. Ferner ist zur Einreise ein internationaler Impfausweis mit gültiger Gelbfieberimpfung vorzulegen. Achtung: Aktuelle Informationen bei den Botschaften/Konsulaten anfordern!
Medizinische Hinweise
Für Togo ist eine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben, die im Impfpass gekennzeichnet werden muss. Auch sollten Sie Ihre Tetanusimpfung ggf. auffrischen lassen. Ferner empfiehlt sich für alle afrikanischen Länder eine Malariaprophylaxe, zusätzlich Mückenschutzmittel und lange Bekleidung nach Sonnenuntergang. Es sind in Togo noch weitere Krankheiten bekannt, wie - Diphtherie - Polio - Hepatitis A und B sowie - Typhus.
Vor Ihrer Abreise sollten Sie in jedem Fall mit einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt über die entsprechenden Impfungen sprechen und sich im Tropenmedizinischen Institut oder beim Gesundheitsamt rechtzeitig über die aktuelle Krankheitssituation in Togo informieren.
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