Die Tätigkeitsbereiche sind vielfältig und variabel. Nachfolgende Beispiele über mögliche Einsatzgebiete stehen stellvertretend für eine Reihe ähnlicher Projekte. Die Freiwilligen leben in einer sorgfältig ausgewählten und vorbereiteten Gastfamilie. INLEX wird Ihnen einen Platz zur Verfügung stellen, der Ihren Fähigkeiten, Wünschen und den Bedürfnissen bestmöglich entspricht.
1. Bildung Unterschiedliche Organisationen setzen sich z.B. im ländlichen Hochland für die Alphabetisierung der indigenen Bevölkerung ein, um ihnen so eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Freiwillige können beispielsweise die Nichtregierungsorganisation Semillas de Ayuda in Chiantla, Huehuetenango unterstützen. Die Organisation fördert ländliche Gemeinden vor allem mit Bildungsmaßnahmen. Folgende Bereiche werden thematisiert: Ernährung, Alphabetisierung, Jugendgruppen, biologischer Gartenbau, Gesundheit. Die Aufgaben des Freiwilligen umfassen unter anderem das Zusammenstellen von Lehrmaterial und die Organisation von Aufklärungsveranstaltungen und -kampagnen. Zudem bieten wir an, im Rural Youth Development Project mitzuarbeiten, mit dessen Hilfe sich die Lebenssituation der jugendlichen Landbevölkerung verbessern soll, die im Vergleich zu Jugendlichen aus der Stadt besonders schlechte Zukunftsperspektiven haben. Es gibt außerdem die Möglichkeit, in Zaragoza, Chimaltenango in einem Projekt mitzuarbeiten, das sich der HIV-Aufklärung und Prävention in Schulen widmet und die Jugendlichen über sexuell übertragbare Krankheiten aufklärt.
2. Sozialwesen Im sozialen Bereich können die Freiwilligen sich in Projekten wie Kindertagesstätten für Kinder alleinerziehender Mütter oder in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen engagieren. In den Hogares Comunitarios (Tageszentren) werden Kinder alleinerziehender Eltern oder Kinder von Eltern mit Alkoholproblemen betreut. Pro Projekt werden durchschnittlich zwölf Kinder zwischen null und sechs Jahren betreut, dies meist im Wohnhaus einer Familie. Dabei wird die Mutter beim Kochen, bei der Erziehung, bei der Hausar beit und der Betreuung der Kinder von einem Freiwilligenunterstützt. In einige Einrichtungen kommt einmal wöchentlich ein Lehrer ins Haus, um die Kinder zu unterrichten und den Freiwilligen in das Lehrprogramm der Woche einzuweisen. Der Freiwillige sollte auch selbst Initiative zeigen, kreativ sein und etwa Spiele für die Kinder organisieren.
3. Umwelt Freiwillige können sich z.B. in Organisationen, die sich mit Umwelttourismus beschäftigen, einsetzen, oder auch in Projekten zum Thema Naturschutz mitarbeiten. ECOQUETZAL ist eine Nicht-Regierungsorganisation (NGO), die sich im Norden Guatemalas für den Schutz des Nebelwal des einsetzt, indem sie umweltverträgliche Einkommensquellen für die dortigen Familien durch Ökotourismus und kleine Unternehmensprojekte entwickelt. Die Freiwilligen können sich im Marketing lokaler Produkte, im Unternehmensmanagement, in der Aufforstung, in der Reparatur und im Schaffen von Infrastruktur, im organischen Anbau und bei Aufklärungskampagnen engagieren.
4. Landwirtschaft Im Bereich Landwirtschaft kann man beispielsweise Agrargenossenschaften, Organisationen für biologischen Anbau oder den normalen landwirtschaftlichen Anbauprozess unterstützen. Weitere Projekte werden im Bereich Stadtentwicklung und Technologie angeboten, etwa zum Einsatz von Solarenergie.
5. Mikrofinanzierung Die extreme Armut, besonders in den ländlichen Gebieten, und die besonders unter Frauen und Jugendlichen hohen Arbeitslosenzahlen wollen Nichtregierungsorganisationen verringern, indem sie Mikrokredite anbieten, kleine Unternehmen beraten und Schulungen durchführen. ADIGUA ist eine Organisation, die Kleinstunternehmen unterstützt. Der Fokus liegt vor allem auf der ländlichen indigenen Bevölkerung in Sololá, Totonicapán, Quiché, Chimaltenango und Sacatepéquez. Sie bieten Beratung und Weiterbildungen an. Die Freiwilligen können in unterschiedlichen Abteilungen im Bereich Bildung, Administration, Marketing und Entwicklung tätig werden.
6. Gesundheit Auch im Gesundheitsbereich gibt es Einsatzmöglichkeiten, z.B. in einer Klinik in Santiago Atitlán im Südwesten Guatemalas oder in einer von der katholischen Kirche gegründeten Gesundheitsstation in Santa Maria de Jesús. Vor allem Menschen ärmerer Bevölkerungsteile erhalten hier medizinische Betreuung. Es werden besonders Teilnehmer mit Erfahrung im medizinischen Bereich oder auch Medizinstudenten gesucht, aber je nach Projekt sind auch unerfahrene Teilnehmer willkommen und können bei den täglichen Arbeiten mithelfen.
7. Schildkrötenprojekt In den Monaten von Juni bis Dezember kommt es an der Pazifikküste Guatemalas zu massiven Schildkrötenaufläufen, da die Schildkröten während dieser Jahreszeit ihre Eier ablegen. Die Meeresschildkröten sind jedoch bedroht, einerseits von der in Guatemala weit verbreiteten, legalen Ernte von Schildkröten-Eiern und andererseits dem Fischfang, bei dem sie oft versehentlich in die Fänge der kommerziellen Fischer geraten.
Das Projekt zum Erhalt von Meeresschildkröten ist in einer kleinen Gemeinde an der Pazifikküste Guatemalas gelegen. Die Freiwilligen leben dort als integriertes Familienmitglied in einer einheimischen Familie. Der größte Teil der Gemeinde besteht aus Fischern, deren Haupteinnahmequelle der Fischfang ist. In der Freizeit verbringen die Freiwilligen viel Zeit mit ihren Gastfamilien. So können sie sich in die einheimische Kultur einbringen, arbeiten an mehreren kleinen Projekten mit und können gleichzeitig wunderbar am Strand entspannen.
Während der Schildkrötensaison besteht die Hauptaufgabe der Freiwilligen in enger Absprache und Koordination des örtlichen Projekts darin, nachts die Eier der Schildkrötenweibchen zu suchen, einzusammeln und in Sicherheit zu bringen. Tagsüber müssen die Schildkrötennester beaufsichtigt werden, bis schließlich die Babyschildkröten schlüpfen. Außerdem kümmern sich die Freiwilligen um kranke, verletzte, oder schwache Babyschildkröten und treten in Verhandlungen mit Einheimischen, die Schildkröten-Eier „stehlen“, um sie dann als Delikatesse zu verkaufen. Die Freiwilligen arbeiten dabei eng mit einer Gemeinde zusammen, für die die Jagd auf Schildkröten-Eier jahrzehntelang eine wichtige Einnahmequelle darstellte, die aber jetzt mit den Brutstätten zum Erhalt der Meeresschildkröten kooperieren.
Während der Nebensaison können die Freiwilligen in verschiedenen anderen Projekten mitarbeiten. So wirken sie z. B. bei der Aufklärung der Gemeindemitglieder über die Notwendigkeit des Schildkrötenschutzes sowie alternative Einnahmemöglichkeiten mit. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, eigene Projekte mit der Gemeinde durchzuführen (z. B. Unterrichtsprojekte in Schulen, Bau- und Umweltprojekte wie Flaschen Sammeln, Strandsäuberungen, etc.).
Seit September 2010
bieten wir ein Kombinationsprogramm über 6 Monate in Guatemala und Costa Rica
an, dabei können Sie einen Freiwilligendienst in beiden Ländern
absolvieren und dies mit einem Sprachkurs in Guatemala kombinieren.
Das 6-Monatsprogramm
umfasst 2 Wochen Sprachkurs in Guatemala, 10 Wochen Freiwilligendienst in
Guatemala und
anschließende 12 Wochen Freiwilligendienst in Costa Rica. Das Programm
kann
auch über einen längeren Zeitraum angetreten werden. Der Transfer von
Guatemala nach Costa Rica ist dabei im Programmpreis enthalten.